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Schlaf und Altern
Lieblicher Schlummer, Wachend im Kummer

Senioren und Schlafstörungen

Älter zu werden, bringt viele körperliche Veränderungen mit sich: die Sehkraft lässt nach, das Haar wird grau. Und auch der Schlaf verändert sich. Ältere Menschen schlafen zum einen weniger und zu veränderten Zeiten, als junge, zum anderen wird ihr Schlaf auch flacher, erläutert Professor Dr. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg. Ein über 65-jähriger wird deutlich früher bettschwer, und das nicht nur, weil soziale Zeitgeber wie der Job mehr und mehr wegfallen. Auch die innere Uhr meldet sich mit zunehmendem Alter zu immer früheren Schlafenszeiten. Andererseits nicken ältere Menschen auch leicht ein, z. B. beim Fernsehen oder bei der Zeitungslektüre.

Schlafstörungen im Alter
Es ist normal, dass die Schlafqualität im zunehmenden Alter etwas schlechter wird. Schlafstörungen lassen sich manchmal nur schwer von normalen altersbedingten Veränderungen des Schlafs unterscheiden. Permanente Einschlafschwierigkeiten und häufiges Einschlafen am Tage sind allerdings auch im Alter unnormal und weisen auf behandlungsbedürftige Schlafstörungen hin.

Ursache und Wirkung
Schmerzen und Depressionen als physische und psychische Erkrankungen gehen oftmals mit Schlafstörungen Hand in Hand. Daher ist die Unterscheidung zwischen Ursache und Wirkung äußerst kompliziert. Die weit verbreitete Ansicht, ältere Menschen benötigten weniger Schlaf als jüngere, ist falsch. Es entspricht aber den Tatsachen, dass im Alter die Fähigkeit abnimmt, durchgehend und lange zu schlafen. Schlafverluste können ältere Menschen jedoch leichter kompensieren, da sie ihren Tagesablauf im allgemeinen freier bestimmen und am Tage kurze Schläfchen halten können.

Kurzschlaf am Tag
Nach neuesten Forschungsergebnissen entspricht es den natürlichen Bedürfnissen des Körpers, mindestens einen Kurzschlaf am Tag zu halten. Diesen "Luxus" kann man sich gerade im Ruhestand gönnen. Während der Anteil des Traumschlafs - auch REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) genannt - im Alter gleichbleibt, verkürzt sich der Tiefschlaf deutlich. In der Nacht kommt es zudem häufiger zu Weckreaktionen, sogenannten Arousals. In Studien wurde nachgewiesen, dass bei Personen im Alter von über 60 Jahren nachts bis zu 150 Arousals auftreten können. Junge Menschen weisen dagegen im Durchschnitt 5 Arousals pro Nacht auf. Die Betroffenen können sich zwar an die zahlreichen Weckreaktionen nicht erinnern, fühlen sich aber am nächsten Morgen unausgeschlafen und haben den Eindruck, nachts sehr unruhig geschlafen zu haben. Die meisten Menschen im Alter über 65 Jahren wachen zudem mindestens einmal pro Nacht wegen eines erhöhten Harndrangs auf.

Schlafstörungen und Depressionen
Einschlafschwierigkeiten, Schlafunterbrechungen und zu frühes Erwachen können auch durch Depressionen verursacht werden, für die man im Alter anfälliger wird. Manchmal ist die Ursache der Depression auch im schlechten Schlaf zu finden. Zwischen Schlaf und Depressionen besteht eine enge Wechselbeziehung. Anhaltend schlechter Schlaf kann zu Appetitlosigkeit sowie zum Verlust der Antriebskraft und der Lebensfreude führen. Andererseits löst der Verlust eines geliebten Menschen häufig Schlaflosigkeit und Depressionen aus. In Studien wurde festgestellt, dass 75% verwitweter Personen einen Monat nach dem Tod des Ehepartners noch unter Schlafstörungen leiden. Bei der Hälfte bleiben die Schlafprobleme auch nach einem Jahr bestehen. Zum Glück lassen sich Depressionen in den meisten Fällen durch Beratung und Therapie wirksam behandeln.

Schlafstörungen und Schlafmittel
Der bei älteren Menschen festgestellte übermäßige Gebrauch sowohl verschreibungspflichtiger als auch rezeptfreier Schlafmittel ist besorgniserregend. Dabei haben Studien belegt, dass manche Schlafmittel bei älteren Leuten überhaupt nicht wirken oder Schlafstörungen sogar verstärken können. Im Laufe des Alters wirkt sich nicht nur die zunehmende Instabilität des Schlafes aus, sondern auch der negative Einfluss chronischer Erkrankungen auf den Schlaf. Dazu zählen Asthma und andere Atemwegserkrankungen sowie Herzerkrankungen und Arthritis. Die Betroffenen wachen nachts wegen Schmerzen, Fieber, Juckreiz oder Husten auf. Auch zahlreiche Medikamente zur Behandlung der genannten Erkrankungen können sich störend auf den Schlaf auswirken. Diese Auswirkungen sollten mit dem Hausarzt besprochen werden, da sich die Schlafqualität oftmals durch zeitliche Verschiebungen bei der Einnahme der Medikamente oder Anpassungen in der Dosierung entscheidend verbessern lässt. Viele Menschen beruhigt es im übrigen auch, Schlaftabletten für den Bedarfsfall zur Verfügung zu haben.

Halten die Symptome eines gestörten Nachtschlafes, wie Tagesmüdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit, über einen längeren Zeitraum an, ist dies ein Zeichen für eine behandlungsbedürftige Schlafkrankheit. Betroffenen sollten zum Hausarzt gehen und sich zu einem schlafmedizinischen Facharzt überweisen lassen. In einem Schlaflabor wird der Schlaf dann genau analysiert. Lautet die Diagnose „Schlafapnoe“, besteht kein Grund zur Sorge. Schlafapnoe ist heute sehr gut therapierbar. Das Tückische der Krankheit ist nur, daß sie oft nicht bemerkt wird.

Schlafapnoe bei Senioren
Ältere Menschen sind besonders häufig von Schlafapnoe betroffen. Bei der Schlafkrankheit Schlafapnoe kommt es während des Schlafes immer wieder zu Atemaussetzern, d.h. der Patient atmet einen bestimmten Zeitraum nicht. Aufgrund des verminderten Sauerstoffgehaltes des Blutes und des gestörten Nachtschlafes haben an Schlafapnoe erkrankte Personen zunächst mit Symptomen zu kämpfen, die die Alltagssituation wesentlich erschweren, wie z.B. Müdigkeit am Tage, Einschlafneigung und Schlafzwang, Kopfschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Sexualstörungen wie Impotenz und Depressionen.

Nicht immer erkennen Menschen, die unter übermäßiger Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsstörungen leiden, den Zusammenhang mit ihrem schlechten Schlaf, obwohl sie diesen als unbefriedigend empfinden. Dies macht den Aufklärungsbedarf deutlich, der in der Öffentlichkeit in bezug auf das Thema Schlaf nach wie vor besteht. So wird geschätzt, dass nahezu 90 % aller Schlafapnoiker nicht in Behandlung sind. Liegen aber Indizien für eine Schlafapnoe vor, sollte der Patient seinen Hausarzt gezielt darauf ansprechen.


Mit freundlicher Unterstützung des schlafmedizinischen Zentrums Köln-Merheim


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